Geschichte der Siedlung

Die ersten Häuser wurde Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre gebaut. Vermutlich waren dies die Häuser Waldstraße 6 und 8.

 

Wobei das ursprünglich Haus Waldstraße Nr. 8 nicht mehr existiert. Es wurde im Jahr 2014 abgerissen und im Jahr 2015 wurde ein neues, viel größeres Haus auf dem Grundstück gebaut.

Es folgten die Häuser Walstraße 10, Weißfeld 27, Wildbruch 21 und 23 im Jahr 1938/39.

Ursprünglich gehörte das Land dem Grafen Metternich (Haus Beck), später wurde es von der Bergwerks Hibernia AG übernommen, die die Grundstücke vorzugsweise an Mitarbeiter der Zechen Zweckel und Scholven sowie der Hafenbahn verkaufte. Im Gegenzug mussten die Grundstückskäufer Bergschadensverzicht leisten.

Was die Menschen zum Leben brauchten, bauten sie selber an. So lebten die Menschen größtenteils vom eigenen Obst- und Gemüseanbau. Außerdem wurden Hühner, Gänse, Kaninchen, Schweine, Ziegen und Schafe gehalten. Meistens war in den Häusern ein Teil für Stallungen vorgesehen. Bei Bau der Häuser half man sich gegenseitig.

Siedlung in Kriegszeit

Während des Krieges blieb es häufig bei Kollateralschäden wie Dach- und Glasbeschädigungen. Dank des Luftschutzbunkers auf dem Wildbruch, der in Nachbarschaftshilfe errichtet wurde, konnte sicher auch Schaden von den Bewohnern der Siedlung abgewendet werden.

Völlig zerstört wurde glücklicherweise keines der Häuser, trotz der starken Luftangriffe auf das Ruhrgebiet durch die britischen und US-amerikanischen alliierten Mächte gerade zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

„Der schwerste Luftangriff auf Gladbeck, bei dem über 3.000 Menschen ums Leben kamen und rund 40.000 obdachlos wurden, fand am 24. März 1945 statt.“  1].  Zu diesem Zeitpunkt wurden auf dem Wildbruch eine Reihe von Behelfshäusern gebaut, die von ausgebombten Mitarbeitern der Zeche Zweckel und Scholven bezogen werden konnten. Später haben die Familien die Grundstücke erworben und Eigenheime darauf errichtet.

Feiern und Feste

Nach dem Krieg gab es sogar eigene Kinderschützenfeste.

Das erste Kinderschützfest fand 1947 statt

Am 29.10.2004 wurde mit Musik und Gesang der 1oo. Geburtstag der zu diesem Zeitpunkt noch erstaunlich fitten Emma Lindner geb. Spriewald (Wildbruch 23) gefeiert, welchen sie noch um sechs Jahre überlebte und am 08.10.2010 im stolzen Alter von 106. Jahren starb.

Am 30.12.2004  zeigten die Bewohner der Siedlung große Solidarität und Spendenbereitschaft für die Tsunami Opfer der Springflut, die am 26. Dezember 2004 in den Ländern Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Indien mehr als 230.00 Todesopfer fordert, bei einer Waffelback- und Spendenaktion in der Garage von Bludau (Wildbruch 24).


Seit 2012 feiert die Siedlung alle drei Jahre ein gemeinsames Nachbarschaftsfest, welches zum ersten Mal am 25.08.2012 gefeiert wurde, dann am 22.08.2015 und zuletzt am 29.09.2018. Der Turnus gemäße Termin 2021 wurd aufgrund der Pandemie auf 2022 verschoben.

Gewerbeansiedlung

Es wird in der Siedlung aber nicht nur gelebt und gefeiert. Für die Versorgung der lokalen Bürger gab es nacheinander drei Lebensmittelgeschäfte: Pawlack, später Roßmann eK, Braun und Ruchay. Heute gibt es leider keine Lebensmittelversorgung mehr vor Ort. Selbst zum Bäcker muss man bis nach Kirchhellen fahren, was sicher für die älteren und nicht mobilen Anwohner problematisch ist.

Außerdem gab es/gibt es verschiedene Gewerbebetriebe: die Anstreicherei und Glaserei Plake (Weißfeld 3) heute Firmen- und Wohnsitz der Firma BTL Mai GmbH, den Elektrofachbetrieb Waldemar Lüer GmbH (Wildbruch 7), den Spaßmacher (Wildbruch 11) und die Pension „Haus am Wald“ (Waldstraße 2)

Bild: Weißfeld ca. Mitte der 60er Jahre von der Waldstraße aus (privat D. Lünich)

Quellen:

Besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Overhagener Urgesteine Walter Lünich und Erich Bernaschek die den Inhalt für diesen Beitrag geliefert haben, sowie an Dieter Lünich, der organisatorisch unterstützt hat.

weitere Quellen:

1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gladbeck – abgerufen am 16.08.2016